Meine Erfahrung als Dolmetscher

Hans-Albrecht Hartmann als Russisch-Dolmetscher bei einer technischen Verhandlung im Jahr 1988

Hans-Albrecht Hartmann als Dolmetscher bei einer technischen Verhandlung, 1988

Seit 1985 bin ich als Dolmetscher für Russisch und Englisch tätig. Einen besonders prägenden Abschnitt meiner beruflichen Laufbahn bildeten meine Einsätze beim VEB NUMERIK „Karl Marx“ in Karl-Marx-Stadt, dem heutigen Chemnitz.

Als technischer Dolmetscher begleitete ich Gespräche und Verhandlungen mit internationalen Partnern, dolmetschte bei Betriebsbesichtigungen und unterstützte den fachlichen Austausch zwischen Ingenieuren, Technikern und Unternehmensvertretern. Dabei ging es nicht nur um die sprachliche Übertragung, sondern vor allem um das präzise Verständnis komplexer technischer Zusammenhänge.

Technisches Dolmetschen bei NUMERIK „Karl Marx“

Nach meinem Studienabschluss an der Universität Leipzig begann ich 1985 meine Tätigkeit als technischer Dolmetscher und Übersetzer beim VEB NUMERIK „Karl Marx“ in Karl-Marx-Stadt. Das Unternehmen entwickelte und produzierte unter anderem CNC-Steuerungen, speicherprogrammierbare Steuerungen, Robotersteuerungen und Prüfgeräte für Leiterplatten.

Meine Aufgabe bestand darin, bei technischen Gesprächen, Verhandlungen, Betriebsbesichtigungen und Werksführungen zwischen den beteiligten Fachleuten zu dolmetschen. Dafür waren neben sehr guten Sprachkenntnissen auch ein genaues Verständnis der technischen Abläufe und eine sichere Beherrschung der jeweiligen Fachterminologie erforderlich.

Ein weiterer Schwerpunkt waren Lehrgänge und Schulungen für ausländische Servicetechniker, Bediener und Programmierer. Dabei dolmetschte ich unter anderem zu CNC-Steuerungen, speicherprogrammierbaren Steuerungen, Robotersteuerungen und Leiterplattenprüfgeräten.

Dolmetschen bei einer Betriebsbesichtigung in der Fertigung von NUMERIK, 1988

Dolmetschen bei internationalen Verhandlungen

Hans-Albrecht Hartmann als Russisch-Dolmetscher bei Gesprächen der RGW-Maschinenbaukommission Nr. 8, April 1989 in Warna (Bulgarien)

Dolmetscheinsatz bei einer Sitzung der RGW-Kommission Nr. 8 für Maschinenbau in Warna, April 1989

Zu meinen anspruchsvollsten Einsätzen gehörte das Dolmetschen bei Beratungen der Kommission Nr. 8 für Maschinenbau des Rates für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW). An diesen internationalen Zusammenkünften nahmen Vertreter verschiedener Mitgliedsländer teil, um wirtschaftliche und technische Fragen des Maschinenbaus zu beraten.

Bei solchen Veranstaltungen kam es auf eine präzise und zugleich schnelle Übertragung der Redebeiträge an. Neben sehr guten Russischkenntnissen waren fundierte technische Kenntnisse und ein sicheres Verständnis der behandelten wirtschaftlichen und fachlichen Zusammenhänge erforderlich.

Regelmäßige Dolmetscheinsätze in Moskau

In den Jahren 1986 bis 1989 reiste ich in der Regel einmal monatlich nach Moskau. Dort dolmetschte ich bei Preisverhandlungen sowie bei Gesprächen zur Klärung technischer und organisatorischer Fragen.

Diese Einsätze stellten hohe Anforderungen an sprachliche Präzision und fachliche Sicherheit. Preise, technische Daten, Lieferbedingungen, Termine und weitere Vereinbarungen mussten vollständig und eindeutig übertragen werden. Zugleich war es erforderlich, die technischen Zusammenhänge zu verstehen und auch bei längeren Verhandlungen konzentriert und zuverlässig zu dolmetschen.

Die regelmäßigen Gespräche mit sowjetischen Fachleuten und Verhandlungspartnern vertieften nicht nur meine Kenntnisse der russischen Fachsprache, sondern vermittelten mir auch umfangreiche praktische Erfahrungen in der internationalen technischen Zusammenarbeit.

Dolmetschen bei „Elektronmasch" in Leningrad

Im Jahr 1988 führte mich ein weiterer Dolmetscheinsatz nach Leningrad, dem heutigen Sankt Petersburg. Bei der Firma Elektronmasch dolmetschte ich während technischer Gespräche und Betriebsbesichtigungen zwischen den beteiligten Fachleuten.

Gerade bei Werksführungen musste ich technische Erläuterungen unmittelbar erfassen und präzise ins Deutsche beziehungsweise Russische übertragen. Dabei ging es um konkrete Fertigungsabläufe, technische Bauteile und die von den Gesprächspartnern gestellten Detailfragen.

Solche Einsätze verlangten neben sicheren Sprachkenntnissen eine schnelle Auffassungsgabe und die Fähigkeit, sich unmittelbar auf wechselnde technische Themen und Gesprächssituationen einzustellen.

Hans-Albrecht Hartmann beim Russisch-Dolmetschen während einer Betriebsbesichtigung bei Elektronmasch in Leningrad 1988

Hans-Albrecht Hartmann als Dolmetscher bei einer Betriebsbesichtigung bei „Elektronmasch“ in Leningrad, 1988

Dolmetschen für eine internationale UNESCO-Delegation

Zwischen 1985 und 1988 gehörte auch die sprachliche Betreuung einer nordkoreanischen UNESCO-Delegation zu meinen Aufgaben. Bei Gesprächen und Besichtigungen sorgte ich dafür, dass die Teilnehmer den fachlichen Erläuterungen und dem gegenseitigen Austausch folgen konnten.

Da die Mehrheit der Delegation Englisch sprach, dolmetschte ich überwiegend zwischen Deutsch und Englisch. Ein Teilnehmer verfügte jedoch nur über geringe Englischkenntnisse. Für ihn übertrug ich bestimmte Gesprächsabschnitte zusätzlich zwischen Deutsch und Russisch.

Dieser Einsatz erforderte besondere sprachliche Flexibilität: Ich musste mich während der Gespräche auf unterschiedliche Teilnehmer einstellen und bei Bedarf unmittelbar zwischen meinen beiden Arbeitssprachen Englisch und Russisch wechseln.

Hans-Albrecht Hartmann (hintere Reihe, 4. v.l.) mit einer nordkoreanischen UNESCO-Delegation vor dem Gebäude von NUMERIK in Karl-Marx-Stadt

Englisch-Dolmetschen für rumänische Verhandlungspartner

In den Jahren 1988 und 1989 dolmetschte ich außerdem bei Gesprächen und Verhandlungen mit rumänischen Geschäftspartnern. Als gemeinsame Verhandlungssprache wurde Englisch verwendet.

Auch bei diesen Einsätzen ging es darum, fachliche Erläuterungen, Fragen und Verhandlungsergebnisse präzise und verständlich zu übertragen. Neben der sicheren Beherrschung des Englischen waren Konzentration, ein gutes technisches Verständnis und ein verlässlicher Umgang mit den besprochenen Einzelheiten erforderlich.

Dolmetschen im Kinderferienlager in Leningrad

Gruppenaufnahme mit Hans-Albrecht Hartmann, Teilnehmern und Betreuern eines Kinderferienlagers in Leningrad 1988

Hans-Albrecht Hartmann mit Teilnehmern und Betreuern eines Kinderferienlagers in Leningrad, 1988

Nicht alle meine Dolmetscheinsätze fanden in Betrieben oder Verhandlungsräumen statt. Im Jahr 1988 war ich auch als Dolmetscher in einem Kinderferienlager in Leningrad tätig.

Hier standen die alltägliche Verständigung, gemeinsame Aktivitäten und persönliche Begegnungen im Mittelpunkt. Anders als bei technischen Verhandlungen kam es besonders auf eine spontane, verständliche und situationsgerechte Übertragung an.

Diese Tätigkeit zeigte mir eine weitere Seite des Dolmetschens: Sprachmittlung dient nicht nur der Weitergabe von Informationen, sondern kann Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenbringen und unmittelbare persönliche Kontakte ermöglichen.

Dolmetschererfahrung, von der Sie heute profitieren

Die vielfältigen Einsätze seit 1985 bilden bis heute die Grundlage meiner Arbeit als Dolmetscher. Durch Verhandlungen, technische Fachgespräche, Schulungen, Betriebsbesichtigungen und internationale Begegnungen habe ich gelernt, mich schnell auf unterschiedliche Gesprächspartner, Fachgebiete und Situationen einzustellen.

Heute biete ich Dolmetschleistungen in meinen beiden Arbeitssprachen Russisch und Englisch an. Meine Auftraggeber profitieren dabei von langjähriger praktischer Erfahrung, ausgeprägtem technischem Verständnis und einer gründlichen Vorbereitung auf jeden Einsatz.